Waaghausticker

Der Alltag hat uns wieder:

Nach den Feierlichkeiten zu Ehren der neuen „höchste St.Gallerin“ im Januar hat das Stadtparlament gestern seine reguläre Arbeit wieder auf- und damit die neue Legislatur in Angriff genommen. Die Präsidentin hat dem Parlament zunächst nochmals und in schönstem (!) Bühnendeutsch erklärt, wie unsere neueste Errungenschaft – namentlich unsere elektronische Abstimmungsanlage – funktioniert. Bei nüchterner Betrachtung hat sich das Parlament hier eine ziemlich lotterige Apparatur gegönnt: Die Visualisierung der Abstimmungsergebnisse mutet gemessen an den heutigen Standards doch eher archaisch an und die Übermittlung der Ja-, Nein- oder Enthaltungs-Kundgebungen funktioniert oft nicht auf Anhieb. Der Nutzen dieses immerhin sehr günstigen Systems erschliesst sich uns auch nicht wirklich, aber man soll einmal gefällte Entscheide im Nachhinein nicht wieder in Frage stellen. Trotzdem möchten wir daran erinnern, dass die FDP-Fraktion eigentlich eine andere Lösung vorgezogen hätte, nämlich den Umzug des Stadtparlaments in die Pfalz, wo seit geraumer eine moderne Abstimmungsanlage zur Verfügung steht, die ihr städtische Pendant nun umso brötiger dastehen lässt. Diese Alternativlösung ist bis auf Weiteres vom Tisch, nachdem „past-president“ Heini Seger einen Kompromiss zum weiteren Schicksal des Waaghauses geschmiedet hatte: Dieses erfährt eine sanfte Renovation, und das Parlament bleibt, wo es ist. Interpretieren wir dieses Faktum augenrollend als Ausdruck des Sparwillens des Parlaments.

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