Kommandant der Stadtpolizei St.Gallen Ralph Hurni zu Gast beim Morgenstamm der FDP Stadt St.Gallen
Ralph Hurni, Kommandant der Stadtpolizei St.Gallen, hielt im Rahmen des FDP-Morgenstamms in der DenkBar einen facettenreichen Vortrag über die aktuellen Herausforderungen und die vielfältige Arbeit der Stadtpolizei. Er gab den Anwesenden einen eindrucksvollen Einblick in die Tätigkeiten der Organisation, die weit über klassische polizeiliche Interventionen hinausgehen.
Stadtpolizei – Eine vielseitige Organisation
Im Gespräch mit den Gästen des FDP-Morgenstamms beleuchtete Kommandant Ralph Hurni die verschiedenen Aufgabenbereiche der Stadtpolizei St.Gallen, die er seit 12 Jahren leitet. St.Gallen ist die einzige Stadt im Kanton, die über eine eigene Polizei mit diesem Aufgabenspektrum verfügt. Hurni erklärte die Gründe dafür und hob hervor, dass St.Gallen durch seine Rolle als Zentrum eine hohe Attraktivität aufweist, aber auch spezifische Herausforderungen mit sich bringt. Die Stadtpolizei übernimmt nicht nur die Kontrolle des rollenden Verkehrs und stellt die Ordnung bei Verkehrsunfällen sicher, sondern ist auch für die Sicherheit im dicht besiedelten Stadtzentrum verantwortlich.
Aktuelle Herausforderungen
Die Stadt St.Gallen steht vor verschiedenen gesellschaftlichen Entwicklungen, die das Handeln der Polizei erfordern. So nannte Hurni die Verhinderung von Gewalt und die Bekämpfung der Entstehung offener Drogenszenen als wichtige Themen, mit denen sich die Stadtpolizei auch in Zukunft verstärkt auseinandersetzen muss. Um ihre Arbeitsprozesse zu optimieren, setzt die Stadtpolizei auf digitale Lösungen, die beispielsweise die Bewilligungserteilung oder die Parkgebührenveranlagung vereinfachen sollen. Diese Massnahmen tragen zur Entlastung bei und sind in Anbetracht der breiten Aufgabenpalette notwendig.
Gemäss Hurni sind die Herausforderungen im Zusammenhang mit Fussballspielen ein weiteres Thema von besonderer Bedeutung. Durch den hohen Sicherheitsaufwand verursacht die Durchführung dieser Veranstaltungen jährlich zusätzliche Kosten von rund 1,1 Millionen Franken. In enger Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei und auswärtigen Polizeibehörden passt die Stadtpolizei ihre Einsätze entsprechend an.
Hurni ging auch auf die Herausforderungen ein, die sich durch den Fachkräftemangel im Polizeiwesen ergeben. Die Stadtpolizei habe bereits Massnahmen ergriffen, um sowohl neue Mitarbeitende zu gewinnen als auch die Zufriedenheit der erfahrenen Mitarbeitenden sicherzustellen. Ein besonderes Augenmerk legt die Polizei dabei auf Social Media als Kommunikationskanal. Über diesen Weg gelingt es, eine direkte und nahe Kommunikation zu den Bürgerinnen und Bürger zu etablieren und der Bevölkerung einen Einblick in die tägliche Arbeit der Polizei zu geben.
Die Zukunft der Stadtpolizei St.Gallen
Die Frage, ob St.Gallen eine eigene Stadtpolizei braucht, ist Ralph Hurni bekannt. Er verwies auf die zahlreichen Vorteile der Stadtpolizei, die nicht nur ihren gesetzlichen Auftrag erfüllt, sondern auch eine spezialisierte Polizei darstellt, die durch gezielte Präventionsarbeit aktiv zur Lösung von Problemen in der Stadt beiträgt. Besonders hervorzuheben sind die fundierten Ortskenntnisse der Stadtpolizei sowie die enge Zusammenarbeit mit verschiedenen Behörden wie der KESB oder dem Betreibungsamt, die ihre Arbeit auszeichnet.